Spex interviewte den Street Style Blogger “The Sartorialist”.
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Herausgeber und Chefredakteur Lothar Ecktsein vom sleek magazine im Interview.
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Für ihr zweites Album „Shine“ erntete sie Lobeshymnen und Kritiker sind überzeugt: Estelle ist der Shooting-Star 2008!
Seit ihrem Debüt vor vier Jahren gelang der 28-Jährigen die erstaunliche Verwandlung von einer unsicheren Rapperin zu einer grandiosen Soul-Diva. Sexy, selbstbewusst und vor allen Dingen selbstbestimmt eroberte sie mit ihrer ersten Single „American Boy“ nach ihrer Heimat Großbritannien die USA und jetzt auch Deutschland.
nellomag erzählte die selbstbewusste Powerfrau, wie sie mit ihrem schlagartigen Erfolg umgeht, von ihrer Selbstfindung und der Liebe.
Estelle: Oh, du meinst wohl, wie viele Stunden ich schlafe? Etwa vier bis fünf. Ich schlafe sehr wenig, weil mein Kopf ständig weiter arbeitet. Ich habe einfach immer Ideen und so viele Dinge, die ich noch machen will.
Estelle: Ich kann mit dem Musik machen nicht aufhören – ich kann einfach nicht (lacht). Ich muss einfach immer in Bewegung bleiben.
Estelle: Ich mich! Ich bin erwachsen geworden, ich bin glücklich mit mir als Mensch. Und ich bin viel aufgeregter und auch zufriedener mit der Richtung, die ich jetzt eingeschlagen habe.
Estelle: Ja, absolut. Als ich anfing mit der Musik, dachte ich, oh mein Gott, vielleicht mach ich das oder vielleicht doch lieber das. Ich hatte keinen Schimmer, wohin die Reise gehen sollte. In den letzten vier Jahren habe ich herausgefunden, wer ich bin und ich machen will. Jetzt mache ich genau mein Ding. Das ist es! Es ist für mich natürlich wichtig, mich weiter zu entwickeln. Ich arbeite ständig daran, mich positiv weiter zu entwickeln. Das fühlt sich verdammt gut und richtig an.
Estelle: Hmmmm! Nun, das britische Label wusste einfach nicht, was es mit mir anfangen sollte.
Sie wollten mich nicht verändern, denn sie hatten ja nicht mal eine Ahnung wie. Sie sagten zu mir, wir wollen, dass du.. tja eigentlich wissen wir das nicht. Und ich sagte, laßt mich einfach gehen. Bitte lasst mich gehen! (lacht)
Estelle: Das ist richtig! Künstler, wie Kanye West, John Legend und Wyclef Sean haben mit mir daran gearbeitet. Das ist mein Traum, der wahr geworden ist.
Estelle: Sie sind unglaublich cool! Aber ich war nie wirklich starverrückt. Natürlich schätze ich diese Leute, für das, was sie sind und erreicht haben. Aber ich bin nicht ins Studio gegangen und habe angefangen zu kreischen, das wäre ziemlicher Quatsch gewesen und absolut unkonstruktiv. Sie haben mir viel freie Hand gelassen und auf mein Talent vertraut. Das machte mir wiederum Mut, mich fallen zu lassen.
Estelle: Oh mein Gott! Süße, so was kannst du mich doch nicht fragen! (lacht etwas verlegen). Ich muss sagen Kanye West ist verdammt sexy. Er steht mir auch menschlich sehr nah. Beim Dreh von „American Boy“ hat er mir eine halbe Stunde lang ins Ohr gesungen. Und ich dachte nur, hmmm, sing ruhig weiter in mein Ohr!
Estelle: Danke. Ja, ich habe eine Stylistin. Aber wir suchen die Kleidung zusammen aus und versuchen neue Styles zu kreieren. Wenn ich etwas sehe, rufe ich sie an und erzähle ihr davon und wir mixen das dann beide zusammen.
Estelle: Eine Mischung aus Grace Jones und Audrey Hepburn. All diese verschiedenen Styles zusammen funktionieren für mich sehr gut. Am Ende ist es einfach mein Style: Estelle! Ich bin nicht girlie, aber klassisch und dabei kantig. Aber ich sage immer, mein Style ist „Audrey Jones“.
Estelle: Oh, vielen Dank! Ich selbst versuche Klasse zu haben und stark zu sein. Aber da bin ich nicht die einzige. Immer mehr Frauen versuchen, sich damit intensiv damit auseinanderzusetzen, wer sie wirklich sind und was sie machen wollen.
Estelle: Ja, aber selbst jemand, der sich seiner selbst nicht sicher ist, sollte es versuchen und nach vorne gehen, das ist doch auch schon stark! Der Schlüssel ist herauszufinden, wer man selbst ist. Ein Level zu finden, auf dem man alles machen kann, was man will als Frau. Ich meine jeder sieht das anders oder hat andere Vorstellungen. Aber für mich geht es darum, zu wissen, wer ich bin. Und das kann ich auch jeder Frau raten.
Estelle: Tja, bis jetzt noch nicht. Ich hoffe, das ändert sich mit dem 2. Album auch nicht. Aber wir werden sehen.
Estelle: Ja, ich habe für sein aktuelles Album den Titel „Show me“ und für sein nächstes „No other love“ geschrieben.
„No other love“ ist ein großartiges Liebeslied geworden, das ich zusammen mit John singe. Aber die Leute werden anfangen, Gerüchte zu verbreiten. Leider.
Estelle: Nein, wirklich nicht! John ist doch glücklich verheiratet und auch schon Vater.
Estelle: Oh, nein. Ich bin Single. Aber ich habe verschiedene Optionen im Moment. (lacht)
Estelle: Ich kann mich nicht beklagen, ich habe Großbritannien und die USA abgedeckt.
Estelle: Oh, ja hier hat es tolle Männer. Wirklich, das meine ich ernst, ich habe vor einiger Zeit auch schon einen deutschen Mann gedatet. Und ich kann sagen, ich habe nur positive Erinnerungen an die deutschen Männer.
Estelle: Ich liebe Berlin. Es ist wirklich beeindruckend. Was mich jedes Mal umhaut ist, dass plötzlich Bäume und grüne Wiesen auftauchen – und das mitten in der Stadt. Und ich denke jedes Mal, sind wir jetzt plötzlich auf dem Land? Was ist passiert? Berlin ist verblüffend, so viel Geschichte und Kultur in einer Stadt. Berlin ist großartig!
Estelle: Ich vermisse ganz London. Ich war immer der Überzeugung, dass ich London nie verlassen werde. Trotzdem bereue ich es nicht, nach New York in die Bronx gezogen zu sein.
Meine Familie fehlt mir sehr. Und das Shoppen vermisse ich sehr – vor allem im Topshop.
Den gibt es leider in New York nicht.
Estelle: Nein, nein! Ich war einfach so glücklich! Ich dachte mir, ja genau – sie haben verdammt noch mal Recht! Natürlich ist das eine Ehre für mich, der Rolling Stones ist die Bibel der Musikkultur. Ich meine, dass ausgerechnet der Rolling Stone mich so betitelt hat, ist Wahnsinn. Wow. Das weiß ich wirklich zu schätzen.
Estelle: Ich bin ich. Ich kann daran nichts machen oder ändern. Die Leute scheinen mich zu mögen. Sie scheinen meine Musik zu mögen und zu genießen. Alles was ich dazu sagen kann, ich bin ich.
Estelle: Hmmm. (Überlegt kurz) Ich sage nie nie. Das ist meine Einstellung. Ich verstehe das Wort „nein“ überhaupt nicht. Ich rede darüber nicht, wenn ich etwas machen will. Ich will etwas machen, also mache ich es. Das ist ganz einfach.
Estelle: Da muss ich wieder sagen: Meine „Sag niemals nie“ – Einstellung (lacht). Das macht es natürlich für andere Leute schwer, mit mir umzugehen. Die Leute hassen das. Aber zur gleichen Zeit lieben sie es, weil sie wissen, dass ich mein Ding durchziehe und sie sich darauf verlassen können. Eben auch John Legend bei der Produktion meines Albums. Er wusste er kann sich auf mich verlassen und dass ich mein Ding durchziehe. So bin ich einfach. Interview: Sina Franco
Jennifer und ihr Bandkollege Joe nehmen kein Blatt vor den Mund. Gerne möchte man sie als „laut, frech und punkig“ betiteln. Aber mit solchen Attributen können sie sich überraschenderweise nicht wirklich anfreunden.
Die Sängerin Jennifer W. singt „ Mein Rock ist mein Messer. Desto kürzer, desto besser“. In der Modesoziologie sagt man, desto kürzer die Röcke sind, desto besser steht es für die Konjunktur. Erwartet die Band also gute Zeiten? Wir trafen Jennifer Rostock in einem kleinen Backstage-Zimmer, um eine eigene Zukunftsprognose abgeben zu können.
Jennifer: Oh, ja! Unsere Heimat hat nur 4500 Einwohner.
Joe: Naja, Schwule sind da auf jeden Fall blaue Hunde.
Jennifer: Sagt man das so?
Joe: Ich meine bunte Hunde! Die Leute kannten uns schon. Die wussten wer Jenn und Joe sind. Aber wir hatten da nicht wirklich Fans.
Jennifer: Ja, das war eher so: Die Diva und die Schwuchtel.
Jennifer: Wir wollten nach dem Abi eh weg. 19 Jahre waren einfach genug. Einige sagen natürlich, hey super, ich will hier bleiben, meine Freunde, meine Familie nicht verlassen und hier arbeiten. Aber uns hat im Prinzip dort nichts gehalten. Und wir wussten, um Musik machen zu können, müssen wir weggehen und deshalb lag es nah nach Berlin zu gehen.
Jennifer: Ja, Berlin is super! Berlin ist einfach eine geile Stadt.
Joe: In Berlin kommt man an und fühlt sich sofort wohl. Weil jeder dort gleich seine Szene findet.
Jennifer: Ja, wir sind gute Freunde. Ich meine wir kennen uns sehr lang, arbeiten sehr eng zusammen. Wir schreiben die Texte zusammen, wir machen alle Interviews zusammen, teilen uns sogar ein Hotelzimmer.
Natürlich gibt’s wenn man immer zusammen unterwegs ist auch mal Probleme. Aber sind immer schnell gelöst.
Jennifer: Beim Schreiben gibt es keine Uneinigkeiten.
Joe: Dadurch, dass wir uns schon ewig kennen, wissen wir, wie der andere tickt und können das nachvollziehen. Deswegen ist das Songwriting eigentlich der harmonischte Prozess.
Jennifer: Auch, wenn wir sonst mal streiten, dann schreien wir kurz „Schwuchtel“ oder „Schlampe“ und dann ist auch wieder gut.
Jennifer: Genau, wir sind total die Casting-Band.
Jennifer: Eigentlich sah ich ganz anders aus. Ich hatte blonde Haare, total die Brüste, die haben sie mir abgenommen. Und auch die Tatoowierungen und Piercings haben sie mir alles auferlegt.
Joe: Und dann noch schnell einen Schwulen.
Jennifer: Ne, im Ernst. Wir haben in Berlin in einem Studio gearbeitet. Dort gab es eine tolle DDR-Küche. Die ganzen Musiker, die in diesem Studio gearbeitet haben, haben dort immer Kaffee getrunken, den ich gekocht habe. Dabei haben wir auch die ganzen Musiker kennen gelernt.
Joe: Nein, das ist überhaupt nicht einfach. Wir haben erst im Proberaum geschaut, wie es passt. Und dann sind wir natürlich auch nach dem Proben zusammen weggegangen, um sie kennen zu lernen und um zu wissen, wie die so ticken. Das hat dann zwar lange gedauert, aber dadurch sind wir jetzt auch fünf Leute, die zusammen passen. Auf Tour gibt es nie Stress.
(Elektro setzt sich und isst, Joe und er grinsen sich an und lachen los)
Jennifer: Ja, wenn die beiden die Nacht zuvor gesoffen und wenig geschlafen haben, dann sind die so geil am Kichern. Total witzig. Wir haben größtenteils den gleichen Freundeskreis. Ich wohne auch mit Christian zusammen. Und feiern auch zusammen.
Jennifer: Christoph, wo gehen wir denn da immer hin?
Christoph: Hm…Wir gehen ganz gern in die verdrogten, bis zu den Morgen gehenden Partys. Es gibt ja so Elektro-Raves, die bis 15.00 Uhr gehen. Die gehen dann von Freitag Abend bis Montag.
Jennifer: Ja, total geil! Yes! Weißt du so Partys, wo du reinkommst und alle so „Hi, schön, dass da bist. Ich bin schon seit gestern hier. Aber ich bin noch total fit“.
Jennifer: Ja, aber die beiden feiern gut und gerne auch auf Schwulen-Partys.
Christoph: Meine Masche ist eh folgende: Ich nehme ein Mädchen mit zu einer Schwulen-Party und dann stehst du da…und sie kann gar nicht anders..wenn du verstehst.
Christoph: Ne, mach ich doch gar nicht.
Joe: Tour? Ne.
Jennifer: Du bist schon in der Jennifer Rostock-Band?
Joe: Beides!
Jennifer: Man kann nicht sagen, dass alles ziemlich schnell gegangen ist, weil für uns war es so, dass wir schon 1,5 Jahre daran gearbeitet haben. Wir hatten schon immer den Stress, also wir hatten vorher genauso viel zu tun, wie jetzt. Wie zum Beispiel die Songs schreiben, im Proberaum üben, Songs aufnehmen. Aber natürlich ist der Stress anders geworden. Und jetzt hast du natürlich Promotage, wo du Interviews machst. Es ist ein anderes Gefühl, weil sich plötzlich Leute für dich interessieren und Autogramme von dir wollen. Was natürlich total strange ist. Aber es ist nicht auf einen Schlag gekommen. Und jetzt ist es so.
Wie so ne Kurve….(zeigt nach oben verlaufend)
Ach leck mich doch, wie heißt denn diese Kurve? Pfeift schrill.
Joe: kon….kon..
Jennifer: Ja, genau. Es ging nach oben. Schön gesagt.
Jennifer: Ja, ich finde das auch sehr toll.
Jennifer: Nein, echt nicht. Für mich ist das null anstrengend. Im Gegenteil ich genieße es total mit den Jungs anzuhängen.Ich bin ja nicht so das totale Girlie-Girl. Sonst wäre es wahrscheinlich ziemlich anstrengend.
Jennifer: Nein. Um Gottes Willen!
Joe: Da bin ich ja dann da.
Jennifer: Ja, Joe ist ja im Prinzip halb Mädchen. Der reißt das dann alles raus. Und Christopher.
Naja, der ist ja nur ein Viertel Mädchen.
Jennifer: Oh geil! Joe fang doch mal an!
Joe: Also, die Jennifer ist schon ein heißes Schnittchen. Sie hat ne Menge Piercings, ich frag mich immer, wie singt die mit so viel Blech im Mund? (Bild titelte kürzlich so)
Ich habe sie früher gehasst. Ich habe sie einfach gehasst. Fangen wir damit mal an.
Jennifer: Ja, weil er immer ein Streber war und ich war schon immer einen coole Sau.
Joe: Ja, coole Sau, man könnte auch sagen Bitch. Und ich war so der Streber-Typ mit 1,1er Abi. Wir haben uns durch die Musik gefunden, als wir etwa 12 Jahre alte waren. Sie hat gesungen und ich habe Keyboard gespielt.
Joe: Hä? Woher weißt denn das? Jennifer hast du gehört sie kennt deinen Bandnamen!
Jennifer: Ja krass! Ja genau, mit der Band „Arials“ fing alles an! Und ich habe dann Joe dazu gebracht, dass er sich outet.
Joe: Ja, sie hat es immer gewusst.
Jennifer: Ja, und ich war die zweite, die es dann erfahren hat. Die Zweite (schreit) und nicht die erste!
Joe: Aber du warst der Grund und hast mir den Anstoß gegeben. Ehrlich!
Jennifer: Sowas hast du noch nie gesagt.
Joe: Ja, da mussten erst die Leute vom nellomag kommen (Schielt auf den nello-Aufkleber, der auf seinem T-shirt klebt)
Jennifer: Ich finds wirklich toll, wie du mich beschrieben hast.
Joe: Nein, ich bin doch noch gar nicht fertig.
Und ich muss sagen, die Jennifer (Pause) die hat (Pause)
Jennifer: Gleich ist das Band leer…ich meine voll.
Joe:…voll den süßen Hund. Ok. Nein. Bei Jennifer braucht man Zeit. Aber, wenn man sie wirklich gut kennt, lernt man sie lieben. Dann ist es eine Persönlichkeit, die man so nicht jeden Tag auf der Strasse trifft. Also, wenn man sie wirklich kennt.
Jennifer: Soooo! Also, der Joe ist total die Emo-Schwuchtel. Und macht nie was mit uns zusammen, sondern geht immer nur auf Schwulen-Partys.
Naja, aber der Joe ist ein richtig toller Mensch. Wegen ihm hab ich angefangen Musik zu machen.
Wenn wir richtig schlechte Laune haben, dann nie zusammen. Wenn ich sage: „Juppie, Juppie“ dann ist er wieder gut drauf. Und er sagt : „Ach, Jennifer“. Und dann bin ich wieder gut drauf. Er ist ein ganz toller Mensch. Ja, Joe leck mich, mein ich ernst.
Joe: Jetzt beschreibt euch mal gegenseitig.
Jennifer: Achso!
Jennifer: Es ist normal, dass Newcomerbands verglichen werden. Da wird immer erst mal eine Schublade gesucht, in die man jemanden stecken kann, um den Leuten zu sagen, so ungefähr ist das. Aber wir sagen auch immer, wenn man uns live gesehen hat, dann ist das schon was anderes, als Mia oder Wir sind Helden, und Ideal.
Aber es gibt viel schlechtere Vergleiche. Und bis jetzt sind wir zufrieden mit den Vergleichen, die gezogen wurden.
Jennifer: Ne. Das hab ich auch noch nicht gehört.
Joe: Ich hab auch bei Youtube viele Kommentare gelesen, in denen stand. „Die machen total Mia und Nina Hagen nach. Hier die Alte sieht aus wie Nena“. Und ein anderer Kommentar, der mir total gut gefallen hat, war: „Wenn eine Band ständig mit Nina Hagen, Ideal und Mia vergleichen wird, kann sie gar nichts falsch gemacht haben.“
Jennifer: Aber noch mal zu Juli. Das ist auch kein guter Vergleich. Wer diesen Vergleich gemacht hat, der ist auch kein guter Zuhörer oder Kritiker.
Joe: Also von den Vergleichen, die ich bis jetzt gehört habe, kann ich sagen, cool-danke!
Jennifer: Wir kommen alle aus total unterschiedlichen Bereichen. Das ist so schwer zu sagen.
(Stöhn, ähhh Joe)
Joe: Wir können jetzt Band nennen. Aber dann werden die Leute sagen, was hat denn das mit eurer Musik zu tun? Aber das macht genau den Mix aus, der unsere Musik ausmacht.
Schlagzeuger ist seit dem Kindesalter Punker, Christopher, mit seiner pinken Jacke ist der Elektro-Fuzzi, Locke kommt aus dem Rock und liebt Queen Jennifer?
Jennifer: Foo Fighters. Ich bin ja so der Foo Fighters-Typ seit 2001, aber geh dann halt eher zu Elektro weg, wie der Christoph.
Joe: Ich komm eher aus dem Songwriting-Bereich, wie Tori Amos und Alanis Morisette. Und seit in Berlin wohne du schwul bin und eben auf Schwulenpartys gehe, muss ich auch Cher und Britney Spears mögen.
„Gimme Gimme..“
Joe: Ne, die neue Single ist viel besser
Jennifer: Wow! Wir sind total die Rebellen.
Joe: Rotzfrech, kess das sind so die typischen Bezeichnungen, die wir hören.
Jennifer: Das sind total die dämlichen Bezeichnungen!
Jennifer: Ja, wir sind nicht besonders rebellisch.
Joe: Wir sind mehr für als gegen etwas. Ja, genau. Wir sind Rebellen für etwas. Das merken wir uns fürs nächste Interview. (Geben sich High five)
Jennifer: In den Medien bin ich immer die Kesse.
Joe: Und ich der Schwule. Nur dumm, dass meine Oma da noch nicht wusste, dass ich schwul bin.
Jennifer: Ja, das war richtig scheiße.
Joe: Naja, wie soll sie schon reagieren, wenn sie erfährt, dass ihr Enkel schwul ist. Aber hey, so ist es eben. So bin ich.
Jennifer: Früher oder später hätte sie es sowieso erfahren.
Joe: Dazu muss ich was sagen! Wir waren jetzt zwei Tage in München und wurden fünf Mal angesprochen. Einmal wurde sie gefragt, ob sie nicht die Sängerin von Jennifer Rostock ist und vier Mal, was sie für ein geiles Tattoo auf dem Rücken hat.
Jennifer: Ja, aber es wurde jetzt ja nach der Mode gefragt. Also, ich glaube es immer so, dass man mit seiner Mode die Persönlichkeit unterstreicht. Trotzdem kann ich jetzt bei mir keine Parallelen finden.
Ich bin weder gerne blau. (trägt blaues Top)
Jennifer: Naja, ok.
Jennifer: Also ich bin jetzt keine Emo-Betty, die würden sich wahrscheinlich nicht mal unsere Musik anhören.
Jennifer: Das ist echt krass. Das Problem ist wirklich, dass ich noch nie so eine Musik gehört habe, ich bin überhaupt kein Emo-Girl, geschweige denn Bollo. Ich komme aus dem Rock oder Elektro. Also nicht das es schlecht wäre, aber da steht man da auf der Bühne und die Emo-Girls schreien sich da einen ab. Und man denkt, ok, wir machen alles andere als Emo-Musik. Ich schrei zwar ein bisschen, aber das ist null Emo-Mucke und nichts damit zu tun.
Jennifer: Das ist richtig. Ich stehe auf Piercings, lange Haare und wenn das in diesen Emo-Look reinfällt, dann ist das auch ok.
Joe: Was ich witzig finde (kommt wieder aus dem Klo)
Moment, ich mach mal meine Hose zu.
Die ganzen Casting-Bands, wie Cinemare Bizarre versuchen mit in diesen Hype aufzusteigen. Wobei sie versuchen mit ihrer Mode heraus zu stechen. Die ganzen anderen Bands, die durch ihr Äußeres nicht so hervorstechen, bleiben auf der Strecke.
Jennifer: (Sie grinst und wirkt plötzlich sehr unsicher)
Da möchte ich eigentlich nichts dazu sagen.
Ne, geht jetzt nicht, zu der Zeit hatte ich noch meinen Exfreund, deswegen kann ich dazu nichts sagen.
Joe: Wir freuen uns total. Studio macht Spaß, auch Interviews geben, ehrlich! Aber live spielen macht am meisten Spaß. Wir mögen das total auf der Bühne zustehen und danach mit den Leuten zu feiern.
Dann liegen wir den halben Tag im Bus und deswegen haben wir keine Bauchschmerzen. Hey, dafür sind wir Musiker.
Jennifer: Ja und wir haben uns ja alle lieb.
Jennifer: Nein, wir haben ja schon ein paar gespielt.
Joe: Jetzt gibt es nur noch Vorfreude! Interview: Sina Franco
Wir hatten vor der “Lee Rocks- Party” das Glück die beste Band Nürnbergs, wenn nicht die beste Band Deutschlands zu interviewen: The Robocop Kraus. Gut, vielleicht ist es mir in diesem Falle nicht ganz möglich meine journalistische Objektivität zu bewahren. Aber wer die Band einmal live erlebt hat, wird genauso wie ich restlos begeistert sein. Wenn ihr wissen wollt, wer Thomas während des Interviews angerufen hat und warum sie sich für die Leidenschaft zur Musik entschieden haben und gegen eine finanziell abgesicherte Zukunft …einfach klicken… weil jeder seiner Leidenschaft folgen sollte.
Die Sisters – ehemals “Sisters Keepers” haben sich unabhängig gemacht. Stark waren sie schon immer, ob gemeinsam oder mit Soloprojekten. Mit gewohnter Power arbeiteten die 7 Künstlerinnen (Namusoke, Noah Sow, Sonia Singh, Mamadee, Lisa Cash, Tamika, Angela Ordu, Meli, Onejiru und Nicole Hadfield) an ihrem gemeinsamen Album “Gender Riots”, das am 22.08.08 erscheint. Mit Meli, Onejiru und Nicole trafen wir uns für ein Interview im Café Mozart in München. Hier ein kleiner Vorgeschmack!
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Wir treffen Clueso nach dem Soundcheck im Ampere in München. In einem kleinen Hinterzimmer trinken wir Café. Er rührt seinen mit einem Bleistift um, der auf dem niedrigen Tisch liegt und lacht verschmitzt. Praktisch muss man denken. Doch so unbekümmert, wie er in diesem Moment wirkt, ist er nicht. Der 28-Jährige sprach offen über sein neues Album „So sehr dabei“, wie er mit Kritik umgeht und sich selbst treu bleibt.
Clueso: Ich bin tierisch aufgeregt! Auf unseren Konzerten wollen wir natürlich so viele neue Sachen wie möglich spielen. Das ist krass, weil natürlich noch keine Sau darauf abgeht. Bis dato war „Gute Musik“ mein Lieblingsalbum und obwohl ich sehr kritisch bin ist es jetzt „So sehr dabei.“
Clueso: Ich wollte Musik, bei der man nicht vor der Box kleben muss, abschalten kann, aber wenn man genau hinhört was entdeckt.
Dabei wollte ich was Neues ausprobieren, denn ich finde es cool, wenn man sich nicht ganz sicher ist. Dadurch kommt man sich selbst näher.
Clueso: Die Lyrik. Bislang habe ich wie bei „Chicago“ Geschichten erzählt, mit Anfang und Ende. Jetzt habe ich mich mehr an Songwriter, wie Bob Dylan orientiert. Ich habe teilweise auf Sätze gewartet, die drei Tage später in einem neuen Bezug zu dem Song stehen. „So sehr dabei“ ist begehbare Lyrik. Weniger chronologisch.
Clueso: Ja, es ist eigentlich eine sehr ruhige, melancholische Platte. Die Interludes habe ich rausgelassen und es sind ein paar Visionen in Erfüllung gegangen. Wobei ich bei der Hälfte des Albums plötzlich extrem Zweifel hatte.
Clueso: Ich dachte, was ist das für eine Scheiße? Wenn ich wie die Beatsteaks einfach eine Rockband wäre, dann wüsste ich auch was zu tun ist.
Clueso: Es sollten sich alle Bandmitglieder wieder drin finden. Aber jeder war mit sich selbst beschäftigt. Wir waren völlig im Orbit. Aber dennoch dachte ich, das ist ein Zeitdokument, das raus muss. Wie bei „Gute Musik“, wollte ich etwas Befreites, Unbeschwertes. Ich wollte dieses freche Gefühl, etwas miteinander zu verbinden, das vorher nicht da war. Diese Vision hat funktioniert. Und, dass ich einfach die Texte aus mir habe heraus fließen lassen können.
Clueso: „Gewinner!“ Ich saß bei Baris (Videoregisseur der Out of Space-DVD), um ein Treatment zu schreiben. Aber ich habe mich von einer Gitarre, die herumstand ablenken lassen. Als ich anfing zu dichten, fing er einfach auch damit an. Zuerst dachte ich, was willst du denn jetzt? Aber es war extrem cool. Er konnte sofort sagen, in welchen nächsten Raum wir gehen, den ich dann wieder beschreiben konnte. Er kann Leute dazu bringen, sich fallen zu lassen, wie sonst bei Schauspielern.
Clueso:. Während ich aus dem Bauch geschrieben und dann erst geguckt habe, was ist das jetzt für ein Gefühl, das ich beschrieben habe, hat er das sofort erkannt und konnte dann die Richtung lenken, die wir auch wieder brechen konnten.
Clueso: Eine Art Floskeln aufzuschreiben, die im ersten Moment einfach klingen. Aber sie erst einen Sinn machen, wenn man sie mehrmals hört, dann gehen sie tiefer.
Clueso: Das ist genau das Ding, das ist aber cool.
Welche Gedanken hattest du, das würde mich echt interessieren!
Clueso: Genau so was spielt mit. Kommt ihr vorbei, sind wir nicht da. So diese Ignoranz, aber trotzdem geht man seinen Weg. Das ist genau das Ding. Das ist ja auch Quatsch, wenn Leute im Unterricht sitzen und versuchen Goethe auseinander zu nehmen. Dann ist er durch den Wald gelaufen und hat seine Schwester angerufen…(lacht)
Clueso: Genau, noch besser. Im Ernst, da kann jeder so viel Zeug interpretieren. Aber was er wirklich meinte…wer weiß das schon. Das war sein Ding.
Clueso: Das ist ein Song, in dem es um das Ende einer Beziehung geht. Aber im Prinzip erwächst aus dem Verlust, etwas Neues.
Clueso: Da geht es um eine Beziehung, die eingefahren ist. Man kann nur verlieren, wenn man nichts verändert. Deswegen Verlierer und Gewinner.
Clueso: Es gibt Orientierung suchende Phasen, in denen du dich verformst. Meist passiert das, wenn du einen Blues hast. Dann versuchst du dich besonders schick zu machen. Obwohl da weniger mehr ist.
So ist es auch in der Musik, ich schau in Phasen, in denen ich nicht mehr weiß, wo es hingeht, auf Leute. Kopier auch Sachen, probier das aus, um zu schauen, was es denn noch so gibt.
Clueso: Ja, vor der Grönemeyer-Tour hab ich viele Sachen geschrieben, die grönesk waren. Im Prinzip ist „Keinen Zentimenter“ auch eine Grönemeyer-Fasierung. „Mehr Tiefe, mehr Hintergrund“ (singt). Es fasziniert mich, wie er das macht. Hab dann wieder losgelassen und wieder vercluest mit „yeahha“ (singt).
Clueso: Erst danach kam die Anfrage von Grönemeyer. Das was man denkt, zieht man an. In dieser Richtung öffnen sich dann Türen – wenn man Glück hat. Wichtig sind da auch die Kumpels, die einen unterstützen. Deshalb gibt es Clueso auch immer mit Leuten im Sack. Deshalb heißt das Album auch „So sehr dabei“. Weil die Leute alle so sehr mit drin hängen.
Clueso: Ja, bei mir sind es immer Phasen. Im Moment habe ich den Kampf, Ruhe hineinzubringen, in das, was ich tue. Ein bisschen gesetzter ranzugehen. Geh Partys aus dem Weg, weil ich zu sehr an dem Album drinhänge. Komm gut zu Recht, obwohl ich weiß, dass ich Sachen provoziere, um Texte zu schreiben.
Clueso: Künstler ziehen das Chaos an. Dieser schöne Satz gilt auch für mich. Wir haben eine Zeit lang so eine ’nen Style gehabt. Wir haben beim ausgehen einen über den Durst getrunken, bis ich unterm Tresen lag. Dann kamen Kumpels, die gesagt haben, komm lass uns mal auf eine Technoparty gehen, da kennt dich keiner.
Hier quatscht der ganze Club: Cluesn is im Arsch. Das sind halt Phasen, in denen ich ausbreche vom Image des smarten Sängers. Genau dann schreibe ich auch gute Texte.
Clueso: Genau so Ausbrüche müssen auch mal in der Öffentlichkeit passieren, um einfach mal die Festplatte zu formatieren.
Clueso: Ich will es ja schon, sonst würde ich es ja nicht machen. Im Prinzip bin ich ja schon mittelpunktssüchtig, nur eben mit Verzögerung. Ich bin nicht der Typ, der reinkommt und den Raum für sich beansprucht. Sondern ich will erst mal kurz abchecken und dann langsam die Aufmerksamkeit auf mich ziehen.
Clueso: Wenn ich nicht mehr weiß, wo es langgeht und Leute auf mich zukommen muss ich mir Gesten antrainieren. Fast wie ein Astronaut, der lange Zeit weg war, um zu kommunizieren. Das ist schon komisch. Und ich darf nicht alles zu persönlich nehmen.
Clueso: Es gibt Tage, an denen ich mich frage, was wollen die denn überhaupt? Wenn ich mich in Erfurt bewege, ist alles völlig normal. Und dann stehst ich plötzlich auf der Bühne. Ich muss durch den Hintereingang in einen Raum gehen, in dem alle schreien. Das ist einfach faszinierend ich beobachte das viel mehr.
Clueso: Ja, ich mag es einfach mit meiner Band und den Leuten zusammen zu feiern. Alter, das ist dann der Moment, wo ich inne halte. Das ist genau das, was ich so geil finde. Eine feiernde Menge, die völlig weg ist und wir, die völlig weg sind. Danach gehe ich vielleicht in die Menge, gebe Autogramme, manchmal was trinken. Danach ist so ein Bad in der Menge echt cool, die aufgeilen und dann heimgehen.
Clueso: Ich habe ein wahnsinnig angenehmes Publikum. Es gab noch nie Beschwerden von Veranstaltern. Nur manchmal gibt es abends ein bisschen Alarm. Erst gestern zum Beispiel. In der ersten Reihe waren Leute, die die ganze Zeit „Kein Bock zu gehen“ gebrüllt haben und das einen ganzen Song lang. Das war schon krass.
Clueso: Überhaupt nicht. Viele denken, dass meine Fans nur Teenis sind. Aber das ist absolut nicht so. Ich treffe dort immer viele coole Leute.
Clueso: Ich bin von Leuten wie Sting fasziniert, die ihren Weg im Einklang gehen aber auch von Jim Morrison, der vor die Hunde ging. Ist auch interessant, irgendwie cool.
Clueso: Sagen wir so, ich versteh es. Diese Sucht des Exzessiven und dass einem der Teufel die Texte gibt.
Clueso: Ich lebe in der Kleinstadt und hab mein Umfeld, um mich nicht zu verbrennen. Ich habe mich für die Musik entschieden!
Clueso: Diese ganzen Battles. Man braucht keinen dissen, wenn man ihn nicht leiden kann. Darüber Texte zu schreiben, ist sinnlos. Die Energie kann man sich sparen. Trotzdem find ich es cool zu sagen, ich bin geil, nein im Ernst, zu sagen, dass ich mir Mühe gebe. Sein Ding zu platzieren ist manchmal einfach wichtig.
Clueso: Das ist schon so ein Schuss in die Szene. Aber auch für die Fans, die meiner Meinung sind. Die Leute sollten sich nicht damit hauptsächlich befassen, über andere Leute anzugehen. Du ist doch froh, wenn du eine Platte machst, die auch Sinn hat.
Clueso: Bei „Weit weg“ war ich nicht ganz zufrieden. Wenn du also einen Gedanken in dieser Ecke schon hattest und dann kommt einer und haut genau da rein, dann denkst du: Du Arschloch, verpiss dich!
Wenn du aber niemals dahin gedacht hast, dann ist das auch egal.
Clueso: Mit Sicherheit! (Muss kurz überlegen)
Ich weiß nicht. Will ich das erzählen? (lacht)
Okay. Das ist dann eher auf die Musik bezogen, wenn Leute sagen, dass sie nicht echt klingt. Wenn sie sagen, es klingt ihnen zu sehr nach Wollen. Das sitzt dann auf jeden Fall. Das kam auch schon ein paar Mal.
Clueso: Naja, es gab auch Zeiten, wie zu „Text und Ton“, in denen ich den harten MC markieren wollte. Damals kamen auch Leute aus der Szene an, die gesagt haben, Clueso, du singst immer gerne, mach dir das zu Nutzen. Das ist was, was wir nicht haben. Du bist schön doof.
Interview: Sina Franco